Online-Bewertung der ersten temporären Umgestaltung
24.06.2023 bis 02.07.2023
Verfügungsfond Reallabore
02.2024 bis 10.2024
Informations- und Auftaktveranstaltung
25.01.2025
Planungswerkstatt
24.02.2025
Zwischen 2023 und 2025 wurde der Platz am Kolk im Rahmen des Projekts InnenBandStadt in mehreren Schritten bespielt und umgestaltet. Das Besondere: Die Umgestaltung hat sich dabei im Laufe des Projektes entwickelt und war nicht von Beginn an geplant. Zunächst wurde die Nutzung als Parkplatz nur für eine Woche aufgegeben.
Die Umsetzung erfolgte schrittweise und war ergebnisoffen. Zwar hatte die Bezirksvertretung 2021 schon eine provisorische, autofreie Gestaltung beschlossen, dass diese im Rahmen von InnenBandStadt umgesetzt werden konnte, ergab sich erst durch die positive Resonanz zur ersten Intervention 2023. Vom Herbst 2023 bis Frühjahr 2024 wurde dann auch erstmal die Nutzung als Marktplatz erprobt.
Nachdem die Marktbeschicker Anfang 2024 den Platz wieder verließen, wurden nach neuen Möglichkeiten einer autofreien Gestaltung gesucht. Über den Sommer 2024 haben verschiedene Bürger*innen, Vereine und Kulturschaffende im Rahmen eines Verfügungsfond ihre eigenen Projekte umgesetzt. Daran anschließend wurde 2025 dann eine Umgestaltung geplant und umgesetzt.
Informationen zum Verfahren
Der Platz am Kolk ist historisch gesehen eine Baulücke. Im zweiten Weltkrieg wurden die Gebäude, die dort standen, zerstört. Nach dem Krieg wurden die Trümmer verfüllt und die Oberfläche gründlich verschlossen, um dort einen Parkplatz anzulegen.
2018, im Zuge der Qualitätsoffensive Innenstadt und dem daraus entwickelten integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzept (ISEK), wurde eine dauerhafte Umgestaltung vom Parkplatz zu einem Stadtplatz thematisiert. Ein solcher Stadtplatz soll strategisch als „Scharnier“ zwischen dem Quartier Hofaue mit dem zukünftigen Pina-Bausch-Zentrum und der Fußgängerzone dienen
Eine dauerhafte Umgestaltung des Platzes am Kolk ist im ISEK Elberfeld 2019 projektiert. Diese ist aufgrund der vielen anderen Maßnahmen in Elberfeld erst in den 2030er Jahren möglich.
2021 hat die Bezirksvertretung Elberfeld beschlossen, dass der Platz auch provisorisch autofrei bleiben soll. Dazu standen aber zunächst keine Mittel zur Verfügung.
2023 wurde das Innenstadtentwicklungsprojekt „InnenBandStadt“ gestartet. Ziel war es, sich strategisch mit der besonderen Situation Wuppertals mit seiner bandartigen Struktur des innerstädtischen Raums zwischen den City-Kernen von Barmen und Elberfeld auseinander zu setzen. Dabei sollte nicht nur theoretisch, sondern auch praktisch und damit sichtbar im Stadtraum gearbeitet werden.
In diesem Sinne wurde im Sommer 2023 mit einer zunächst einwöchigen Umgestaltung des Platzes das Gesamtprojektes InnenBandStadt sichtbar gestartet.
Die erste Intervention 2023 war ein Test, ein erster Vorschlag, wie eine Umgestaltung aussehen konnte. Es wurden erste Reaktionen gesammelt, wie auf das Auflösen des Parkplatzes reagiert wird. Passant*innen konnten per QR-Code online eine Bewertung hinterlassen. Es wurden 61 Bewertungen hinterlassen. Davon wurde 57-mal die Note „Sehr gut“ vergeben. Die Ergebnisse dienten als Anreiz sich weiter mit der autofreien Gestaltung zu beschäftigen. Die Stadtspitze entschied die Aktion auf acht Wochen zu verlängern.
Zudem diente die Intervention der Veranschaulichung, was ein Reallabor sein kann. Im Rahmen des Projekts InnenBandStadt wurde ein „Verfügungsfond Reallabore“ Anfang 2024 ausgerufen. In diesem hatten Bürger*innen, Vereine, Initiativen usw. die Möglichkeit, sich mit einem umsetzungsorientierten Projekt zu bewerben. Diese wurden dann mit einer Quote zwischen 50% und 100% gefördert. Die Bewerbungen waren nicht allein auf den Platz am Kolk beschränkt. Vier Projekte fanden aber im Sommer 2024 auf dem Platz statt. Das größte dieser Projekte war die Pop-Up-City-BUGA des BUGA-Fördervereins. Innerhalb eines Monats wurde auf dem Platz eine Bühne aufgebaut und ein Veranstaltungsprogramm von Nistkastenbau bis Outdoor-Yoga organisiert.
Die Reallabore dienten im Sinne der Beteiligung dazu, Bürger*innen, Vereine, Initiativen zu ermöglichen, mit eigenen Projekten selber Innenstadtentwicklung zu betreiben. Für den Platz am Kolk ging es darum zu zeigen, welche Aktivitäten auf dem Platz möglich sind.
Nachdem der Platz in 2023 und 2024 schon intensiv bespielt wurde, standen durch das Projekt InnenBandStadt noch Fördermittel zur Verfügung, um eine mittelfristige autofreie Gestaltung zu realisieren. Eine langfristige Umgestaltung (mit Tiefbau) soll in den 2030er Jahren im Rahmen der Städtebauförderung umgesetzt werden. Um die Zeit zwischen 2025 und 2030 zu überbrücken, wurde ein Plan- und Umsetzungsverfahren angestoßen. Ein Landschaftsarchitekturbüro legte einen Vorschlag vor. Dieser wurde dann in zwei Beteiligungsveranstaltungen vorgestellt, diskutiert und qualifiziert.
Die Beteiligungsergebnisse zur Umgestaltung in 2025 wurden aufgegriffen und soweit möglich in der Umsetzung berücksichtigt. Es wurden z.B. Sitzgelegenheiten auf verschiedenen Höhen an den Seitenwenden von Hochbeeten angebracht, um Sitzmöglichkeiten für verschiedene Zielgruppen zu bieten. Die Umgestaltung ist barrierefrei gestaltet. Es wurde sich in der Materialität intensiv mit der Rutschfestigkeit auseinandergesetzt und Mülleimer ergänzt. Die Landschaft aus Stegen kann auch spielerisch genutzt werden. Eine Entsiegelung wurde geprüft, war aber im Rahmen der zur Verfügung stehenden Ressourcen (Zeit und Geld) und dem zu erwartenden Aufwand (Versiegelung durch Asphalt, Betonplatten und Bitumen; ggf. Bodendenkmale und –belastungen) nicht möglich.






Ergebnisse
Die Aktivitäten mit dem Platz am Kolk wurden im Rahmen des strategischen Auseinandersetzens mit der Wuppertaler Innenstadt beobachtet und ausgewertet. Die Erkenntnisse daraus sind in der Abschlussdokumentation aufbereitet.
Die Umgestaltungsidee für den Platz wurde im Frühjahr 2025 Im Rahmen eines Beteiligungsprozess diskutiert. Die Pläne wurden nach den Rückmeldungen bis zur Umsetzungsreife überarbeitet, eine Ausschreibung wurde durchgeführt und bis November 2025 wurden die Pläne umgesetzt.
Umsetzung
Es sind drei Hochbeete und eine Plattform (Bühne, Sitz- und Liegeelement) mit daran angefügten und auskragenden Stegen entstanden. Die Stegelemente an den Seiten der Hochbeete dienen als Sitzgelegenheiten. Durch die unterschiedlichen Höhen und das Auskragen können sie gleichzeitig durch Kinder zum Klettern und Balancieren genutzt werden. In den Hochbeeten wurden einige hundert Pflanzen untergebracht und neben den einbezogenen Bestandsbäumen noch drei weitere Bäume gepflanzt. Als Baumaterial wurde mit europäischer Lärche ein einheimisches Holz verwendet. Um bei einem endgültigen Umbau ein Recyceln des Holzes zu erleichtern, wurde das Holz bis auf einige Farbakzente nicht lackiert. Das natürliche Ausgrauen passt sich in das Gestaltungskonzept ein. Daneben wurde ein Kulturinfokasten gebaut. Dieser wird – unterstützt durch ein benachbartes Programmkino - von den Kultureinrichtungen im Umfeld zur Präsentation von Produktionen und Veranstaltungen genutzt. Zudem wurden noch Fahrradbügel angebracht und eine Stellfläche für E-Scooter markiert.
Sie haben Fragen oder Kritik?
Tobias Ringel
Ressort 101 Stadtentwicklung und Städtebau
tobias.ringel@stadt.wuppertal.de
Telefon:0202 563 6482
