StabsstelleBBBE

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14.03.2019 um 11:46

Erstellung eines Erinnerungsortes im Lernort Münzstraße


Diese Idee wurde per Mail eingereicht.

Der Gebäudekomplex an der Barmer Münzstrasse spiegelt wie kaum ein anderer Ort im Bergischen Land die Industrie- und Sozialgeschichte der letzten 120 Jahre in unserer Region wieder. Er ist ein Ort Wuppertaler Stadtgeschichte: mit der Gründung der Konsumgenossenschaft „Vorwärts“ im ausgehenden 19. Jahrhundert entwickelte sich in Barmen einer der bedeutendsten Standorte der Genossenschaftsbewegung in Deutschland. In der Zeit des Nationalsozialismus gingen die Gebäude in den Besitz der Nazis über, wurden zu einem Standort der SA gemacht und später für die Wehrmacht genutzt. Politische Gegner wurden hier gefangen gehalten, gefoltert und in das KZ Kemna verbracht. Nach dem 2. Weltkrieg diente die Münzstrasse als Notaufnahmelager für Flüchtlinge, später als Unterkunft für Asylbewerber und junge unbegleitete Flüchtlinge in jüngster Zeit.
Durch die engagierte Arbeit des Fördervereins seit 2004 ist der im städtischen Besitz befindliche Gebäudekomplex vor seinem Verfall gerettet und schrittweise zu einem Lernort entwickelt worden. Ein entscheidender Schritt war dabei die Teilnahme an einem Verbundprojekt des Landschaftsverbandes Rheinland, der 100 Jahre nach dem Beginn des 1. Weltkrieges an unterschiedlichen Orten Nordrhein-Westfalens bedeutsame Entwicklungen u.a. im sozialen, wirtschaftlichen, kulturellen und politischen Bereich vor dem 1. Weltkrieg in Ausstellungen dokumentierte. Dem Förderverein wurde dabei Gelegenheit gegeben, die Geschichte der Konsumgenossenschaft in der Region aufzuarbeiten und in einer Ausstellung zu zeigen. Für ihr außerordentliches Engagement wurde die damalige Vorsitzende des Fördervereins, Frau Heide Koehler, mit dem Rheinlandtaler ausgezeichnet. Die Ausstellung haben seit 2014 mehr als 6 000 Besucherinnen und Besucher im Rahmen von Führungen oder an Tagen der offenen Tür gesehen – darunter viele Schulklassen, auch aus dem benachbarten Ausland.
Um den 2. historischen Abschnitt des Gebäudekomplexes – die Zeit des Nationalsozialismus - aufzuarbeiten und in einer Ausstellung sicht- und erlebbar werden zu lassen, sind neben dem ehrenamtlichen Engagement der Mitglieder des Fördervereins erhebliche finanzielle Mittel für wissenschaftliche Begleitung, Finanzierung von Fachleuten musealer Gestaltung sowie Sachkosten für Präsentation und Aufbereitung von Quellenmaterialien erforderlich. Auf der Basis des Finanzvolumens, das zur Erstellung des 1. Ausstellungsabschnittes erforderlich war und unter Einschluss von Eigen- und Drittmitteln, die ggf. zu akquirieren sind, beantragt der Förderverein für die Erstellung eines Erinnerungsortes an die Zeit des Nationalsozialismus einen Betrag von 20.000,00 € aus dem Bürgerbudget 2019.

Betroffenes Gebiet

Barmen

Themenbereich

Kultur, Engagement

Warum ist die Idee gut für Wuppertal?

Im Bereich der historisch - politischen Bildung bietet der Gebäudekomplex an der Barmer Münzstrasse als einer der wenigen Orte in Wuppertal Gelegenheit, sich mit wichtigen Abschnitten der jüngsten Stadtgeschichte zu befassen. Schülerinnen und Schüler, aber auch andere historisch Interessierte können sich nach Umsetzung des beantragten Projektes an einem authentischen Ort mit den Themen Nationalsozialismus, Widerstand und Verfolgung in Wuppertal auseinandersetzen.

Wann soll die Umsetzung der Idee beginnen und wie lange wird das in etwa dauern?

Für die Erstellung der Ausstellung benötigen wir ca. 2 - 2 1/2 Jahre. Beginn nach positiver Entscheidung im Bürgerhaushalt.

Was ist die Aufgabe der Stadt Wuppertal bei der Umsetzung der Idee?

Wir benötigen Zugang zu den Dokumenten im Stadtarchiv, eine begleitende Beratung durch Mitarbeiter_innen des Historischen Zentrums wäre wünschenswert.

Was möchten Sie selbst zur Verwirklichung beitragen?

Ehrenamtliche Tätigkeit in der Entwicklung eines Ausstellungskonzeptes, Aufarbeitung des schon vorhandenen Quellenmaterials, Koordinierung interner und externer Arbeitsprozesse.

Was schätzen Sie, wie viel wird die Umsetzung der Idee in etwa kosten?

20.000€

63 Teilnehmer unterstützen diese Idee.
Wolle

Wolle

07.04.2019 um 14:40

Angesichts aufkommender rechtsradikaler Strömungen, Rassismus und Judenfeindlichkeit ist die Erinnerung an den Terror, den Nationalsozialisten auch in Wuppertal gegen Sozialdemokraten, Gewerkschafter, Kommunisten, Juden, Homosexuelle und andere ausgeübt haben, insbesondere für die nachwachsenden Generationen unverzichtbar. Der Erinnerungsort Münzstraße ist hierzu in besonderer Weise geeignet.

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